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Von den Frühimpressionisten bis zu den Fauves: Blick der Künstler auf Le Havre, die moderne Stadt
Ein Auge, eine Palette und ein Augenblick. Das sind die Zutaten für das neue Gemälde, das rasch über dem Motiv entsteht und dessen Grundlagen von Claude Monet in Le Havre geschaffen wurden. Impression soleil-levant (Impression Sonnenaufgang) gibt als erste Zeugin dieser neuen Art, die Landschaft malerisch zu behandeln, dieser Bewegung ihren Namen. Das Werk entstand vor dem Hafen von Le Hare, dessen Werksschornsteine in der Ferne zu erkennen sind. Indem er den akademischen Konventionen und der Idealisierung entschlossen den Rücken kehrte, ebnete Monet der Malkunst den Weg in die Moderne.
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Wenn das ganz besondere Licht der breiten Schlauchmündung für die Künstler der Mitte des 19. Jahrhunderts auch ausschlaggebend ist, fasziniert sie auch die Konfrontation mit der aktiven, schnelllebigen und fließenden Modernität von Le Havre. Zu dieser Zeit erlebte Le Havre eine Phase ungekannter städtischer und wirtschaftlicher Expansion. Der Abriss der Stadtmauern kurze Zeit nach Errichtung der modernen Neustadt ermöglichte den Bau der großen Boulevards, die bald zur Vitrine des blühenden Handels und der großen Schiffahrtsgesellschaften wurden. Die bis dahin noch nicht erschlossenen Grundstücke wurden rasch parzelliert und nahmen eine neue, von der Industrie angelockte Bevölkerung auf, wobei die produzierten
Güter ab 1847 auf einfache Weise auf dem Schienenweg transportiert werden konnten. Die Hafeninfrastrukturen benötigten neue Lagerhallen, um die Waren in unablässig steigender Tonnenzahl unterzubringen, die neuen Dampfschiffe verlangten den Bau von Hafenbecken, die den neuen technischen Anforderungen genügten. Dieser « Beckenwettlauf » verursachte eine allmähliche und unweigerliche Verlagerung der Hafentätigkeiten in Richtung Südosten und greift mit den Liegeplätzen des Terminals Port 2000 inzwischen auf das Gebiet der Schlauchmündung über.
Über die Hafentätigkeiten hinaus begünstigt die Bahnlinie Paris – Le Havre (in 3 Stunden) die Mode der Meeresbadkuren und die Entwicklung neuer Praktiken. Die Fremdenverkehrsführer Joanne und Conty zählen den Anhängern des « Wellenschocks » die Vorteile von Le Havre auf: Badanlagen wie die berühmten « Frascati-Bäder », die Société des Régates Havraises (Gesellschaft der Regatten von Le Havre), die Hotels, das Kasino Marie-Christine oder Spaziergänge in den Kuranlagen im Nizza von Le Havre sind attraktive Punkte für den Reisenden.
Während die Städte Honfleur, Harfleur und die Klosterabtei von Graville (heute Museum Prieuré de Graville) von einem romantischen Geist durchdrungen waren, der Le Havre ausließ, verlief die Entwicklung des intellektuellen und künstlerischen Lebens von Le Havre in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Angeregt durch Ausstellungen und Kunstsalons erhielten die Maler Unterstützung von Kunstliebhabern, deren Sammlungen Werke von Isabey, Delacroix, Courbet, Renoir, Pissaro, Signac, Marque usw. umfassen. Dank der seit Anfang des 20. Jahrhunderts erhaltenen Schenkungen und Vermächtnisse spiegelt der Fonds des Museums Malraux heute diese vom Frühimpressionismus bis zum Fauvismus reich hervorgegangenen Werke wider. Die letzten Schenkungen aus der beeindruckenden Sammlung von Olivier Senn bereicherten den Fonds mit Impressionisten wie Renoir (5 Werke), Sisley, Monet, Pissarro, Guillaumin, Degas (40 Zeichnungen), mit Spätimpressionnisten wie Cross (2 Gemälde 33 grafische Werke), mit Nabis wie Sérusier, Vallotton, Bonnard und Vuillard sowie mit Fauves wie Derain, Marquet und Matisse.
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Welche Spuren sind heute für den Besucher sichtbar geblieben? Wenn die Stadtlandschaft sich auch unaufhaltsam weiterentwickelt, so gewährt die so besondere Topografie von Le Havre doch noch Ausblicke auf die Flussmündung von der Küste aus mit dem Höhenunterschied, der die Stadt zweiteilt, oder vom Stadtzentrum auf das spielende Licht am Hafeneingang. Obwohl der Hafen über 150 Hektar zerstört wurde, liegt der Plan des Atelier Perret neben der modernen Neustadt des 19. Jahrhunderts. So wurden bauliche Sehenswürdigkeiten, große Verkehrsachsen und historische Hafenbecken in die Neustadt umgesetzt, während zahlreiche Stadtviertel (les Ormeaux, Hauser-Park, Rond-Point, Bahnhof, Observatorium…) sich kaum verändert haben. Die Meeresfront zeigt zahlreiche Gebäude und Villen mit Bauelementen aus Art Nouveau oder Erinnerungen an Jugendstil. Obwohl das Nizza von Le Havre unter der Bombardierung gelitten hat, sind viele originelle Villen erhalten geblieben und verewigen seine Bestimmung als Residenz- und Kurviertel am Rand der Steilküste. Die Ferien- und Vergnügungstätigkeiten, Strandkabinen und Fremdenverkehraktivitäten von Le Havre gehen auf das endende 19. Jahrhundert zurück und bilden gleichzeitig historische Verbindungswege zum modernen Le Havre.
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